Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe; von ihm kommt meine Hilfe.
Psalm 62,2
Liebe Gemeinde,
so kennen wir die Ostergeschichte: Die Frauen gehen zum Grab. Sie wollen den Toten ehren. Die Männer haben sich ängstlich zurückgezogen, diese Totenehrung ist gefährlich. Jesus ist nicht im Grab, der Auftrag für die Frauen ist deutlich: Der Herr ist auferstanden. Sagt das den Jüngern. Aber die Jünger glauben es nicht. Alle Evangelisten erzählen das so. Es ist unbegreiflich, was die Frauen da sagen: Christus ist auferstanden. Lukas gibt in seiner bildhaften Sprache eine Erklärung für Auferstehung, für das Ostergeschehen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Ja, damit kann ich umgehen, damit kann ich leben, mich auf den Weg machen, nicht auf den Friedhof, sondern ins Leben werde ich geschickt. Wer Jesus finden will, muss ihn im Leben suchen. Und diese Begegnung ist vielfältig und ganz individuell. Da gehen Männer nach Emmaus, von Jesus begleitet, erkennen ihn aber nicht, erspüren ihn dennoch. Brannte nicht in uns das Herz, als er mit uns redete? In alltäglichen Erinnerungen an den Lebenden vollzieht sich die Begegnung.
Ja, es bleiben Fragen offen. Die Auferstehung bleibt ein Mysterium. Aber sie bleibt nicht im Grabesdunkel und der Angst stecken. Ostern feiern wir das Leben. Und mitten im Leben, in meinem Leben, finde ich Jesus. Dort will er sein. Noch einmal also: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Die Richtung ist klar, geht aus eurer Angst zurück ins Leben, Jesus findet euch dort. Jesus ist mitten in unserem Leben.
Es grüßen Ihre Pfarrersleute
Katharina und Thorsten Wolff