Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe; von ihm kommt meine Hilfe.
Psalm 62,2
Die vier Kerzen – Eine Geschichte zum Advent
Vier Kerzen brannten am Adventskranz. So still, dass man hörte, wie sie anfingen zu reden. Die erste Kerze seufzte: „Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden.“ Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.
Die zweite Kerze flackerte und sagte: „Ich heiße Glauben. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne.“ Ein Luftzug wehte durch den Raum, und die zweite Kerze war aus.
Leise und traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort. „Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich auf die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen.“ Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.
Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerze an und sagte: „Aber, aber, ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!“ Und fast fing es an zu weinen. Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte: „Hab keine Angst! Solange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße Hoffnung.“ Und mit einem Holzspan nahm das Kind Licht von dieser Kerze und zündete die anderen Lichter wieder an.
Halten wir an der Hoffnung fest, damit Licht, Glaube und Liebe die Welt erhellen – denn dann wird es wirklich Weihnachten!
Es grüßen
Ihre Pfarrersleute Katharina und Thorsten Wolff