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Bechhofen

Johanniskirche


In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde durch den starken Bevölkerungszuwachs in Bechhofen die Katharinenkirche für die gottesdienstlichen Bedürfnisse der Gemeinde zu klein. Die ersten Pläne für den Kirchenneubau lagen schon 1886 vor, die aber nicht zur Ausführung kamen, da es an Geld mangelte.

Pfarrer Johann Hopfengärtner, der 1908, als die Gemeinde zur eigenständigen Pfarrei erhoben wurde, die Pfarrstelle übertragen bekam, nahm sich besonders des Kirchenneubaus an.

In der Folgezeit kaufte sich der Staat, dem damals die Baulast für die Katharinenkirche oblag, von dieser Verpflichtung für 60 000 Goldmark frei. Diese Summe bildete den Grundstock für den neuen Kirchbau, die nach den Plänen von Professor Jäger aus München im Jugendstil erstellt wurde.

Damit besitzt Bechhofen ein in der hiesigen Gegend besonderes Gotteshaus, das von vielen auswärtigen Besuchern als stilvoll, einfach und doch vornehm und schön empfunden wird.


1912 wurde mit der Realisierung des Neubaus begonnen, zunächst wurde der Turm errichtet, der ein vierstimmiges Geläut erhielt. Aufgrund des ausgebrochenen Ersten Weltkrieges verzögerte sich der Weiterbau, aber Bilder aus dieser Zeit zeigen, dass auch in der Kriegszeit Männer, die nicht eingezogen wurden, weiter an „ihrer“ Kirche arbeiteten.

In der Folgezeit bewies sich die Opferbereitschaft der Bechhöfer Gemeinde als unverzichtbaren Schatz. Gemeindeglieder brachten Lehm zum Ziegelwerk, brannten Ziegeln und halfen beim Aufmauern. Auch flossen zahlreiche Spenden dem Kirchenbau zu.

Die Gesamtsumme belief sich auf 1 721 824 Mark.

Die Johanniskirche zu Bechhofen wurde am dritten Adventssonntages des Jahres 1922, am 17. Dezember, durch Oberkirchenrat Hermann aus Ansbach geweiht.

Er stellte seine Rede zur Einweihung unter das Bibelwort aus Lukas 19,5: „Ich muss heute in deinem Hause einkehren.“

Johannes der Täufer ist Kirchenpatron.

Von dem Architekten der Kirche, Professor Jäger aus München, ist nur wenig bekannt. Der Überlieferung nach wurde er durch das Königlich Bayerische Staatsministerium des Innern vorgeschlagen, um eine Kirche im Jugendstil „in ästhetischer Beziehung“ zu errichten.

Im Jugendstil errichtete Kirchen sind selten. „Jugendstil“ bezeichnet eine Kunstrichtung, die etwa zwischen 1890 und 1914 Bedeutung erlangte. Aufgrund der eigenwilligen Ornamentik vollzog diese Stilrichtung den Bruch mit der bis zu dieser Zeit häufigen Nachahmung historischer Stile. Der Jugendstil verkörpert handwerklich solide und schlichte Einfachheit der schönen Formen auf Gebieten des Alltags und der Kunst. Einer der Orte, an denen der Jugendstill sich besonders hervortat, war München.

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