Home Geschichte
Johanniskirche

Johanniskirche

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde durch den starken Bevölkerungszuwachs in Bechhofen die Katharinenkirche für die gottesdienstlichen Bedürfnisse der Gemeinde zu klein. Die ersten Pläne für den Kirchenneubau lagen schon 1886 vor, die aber nicht zur Ausführung kamen, da es an Geld mangelte. Dafür wurde 1889 zunächst noch einmal die Katharinenkirche renoviert.

frontalansicht.jpgansichtrathaus.jpg

Pfarrer Johann Hopfengärtner, der 1906 als Seelsorger Bechhofen seelsorglich betreute und 1908, als die Gemeinde zur eigenständigen Pfarrei erhoben wurde, die Pfarrstelle übertragen bekam, nahm sich mit besonderem Engagement des Kirchenneubaus an.

 

In der Folgezeit kaufte sich der Staat, dem damals die Baulast für die Katharinenkirche oblag, von dieser Verpflichtung für 60 000 Goldmark frei. Diese Summe bildete den Grundstock für den neuen Kirchbau, die nach den Plänen von Professor Jäger aus München im Jugendstil erstellt wurde.

 

Damit besitzt Bechhofen ein in der hiesigen Gegend besonderes Gotteshaus, das von vielen auswärtigen Besuchern als stilvoll, einfach und doch vornehm und schön empfunden wird.

1914 wurde zunächst der Turm errichtet, der ein vierstimmiges Geläut erhielt. Alle weiteren Arbeiten mussten aufgrund des ausgebrochenen Ersten Weltkrieges aufgeschoben werden. Doch das neue Geläut konnte vor der Ablieferung gerettet werden, man opferte die drei Glocken der Katharinenkirche.

glocke-nachher.jpghochkantquadrat_aussen_glocke.jpg


In der Folgezeit bewies sich die Opferbereitschaft der Bechhöfer Gemeinde als unverzichtbaren Schatz. Gemeindeglieder brachten Lehm zum Ziegelwerk, brannten Ziegeln und halfen beim Aufmauern.

 

Auch flossen zahlreiche Spenden dem Kirchenbau zu. Allein die Arbeiter erbrachten durch Überstunden 201 254 Mark auf, dazu die Beamten 34 000 Mark und die Geschäftsleute und Fabrikanten förderten mit 501 000 Mark. Die Landwirte steuerten in Form einer Getreidesammlung 985 570 Mark bei und stellten zudem drei Kubikmeter Holz zur Verfügung.

 

Die Gesamtsumme belief sich auf 1 721 824 Mark. Geldbeträge und Holz stifteten die Gemeinden Heinersdorf und Birkach und die Nachbargemeinde Wieseth hatte als Festgeschenk zur Einweihung einen Betrag von 10 000 Mark gespendet. Durch dieses Zusammenwirken konnten nicht nur die Schulden getilgt, sondern auch der finanzieller Grundstock für die Orgel gebildet werden.



Einweihung der Johanniskirche 1922

Die Johanniskirche zu Bechhofen wurde am dritten Adventssonntages des Jahres 1922, am 17. Dezember, durch Oberkirchenrat Hermann aus Ansbach geweiht. Er stellte seine Rede zur Einweihung unter das Bibelwort aus Lukas 19,5: „Ich muss heute in deinem Hause einkehren.“
Johannes, gewürdigt von Gott Herold des Christus zu sein und bestimmt, dem kommenden Herrn den Weg zu bereiten, ist unser Kirchenpatron.
Nachdem zunächst in der Katharinenkirche von Dekan Mayer aus Wassertrüdingen ein Abschiedsgottesdienst gehalten wurde, bewegte sich ein stattlicher Zug zur Johanniskirche. Dort hielt Pfarrer Johann Hopfengärtner die Festpredigt über Psalm 100.
Von dem Architekten der Kirche, Professor Jäger aus München, ist nur wenig bekannt. Der Überlieferung nach wurde er durch das Königlich Bayerische Staatsministerium des Innern vorgeschlagen, um eine Kirche im Jugendstil „in ästhetischer Beziehung“ zu errichten.

kircheinnen_heute.jpg

Im Jugendstil errichtete Kirchen sind selten. „Jugendstil“ bezeichnet eine Kunstrichtung, die etwa zwischen 1890 und 1914 Bedeutung erlangte. Aufgrund der eigenwilligen Ornamentik vollzog diese Stilrichtung den Bruch mit der bis zu dieser Zeit häufigen Nachahmung historischer Stile. Der Jugendstil verkörpert handwerklich solide und schlichte Einfachheit der schönen Formen auf Gebieten des Alltags und der Kunst. Einer der Orte, an denen der Jugendstill sich besonders hervortat, war München.
kirche_vorne_neu.jpg


Seit der Erhebung zur selbstständigen Kirchengemeinde 1908 wirkten folgende Pfarrer in Bechhofen:

 

Georg Schönecker

Georg Schönecker

1901-1906

Hopfengärtner

Johannes Hopfengärtner

1906-1929

Geyer

Hermann Geyer

1930-1937

Röhring

Wilhelm Röhring

1938-1948

Wallhofen

Arnold Wallhofen

1948-1956

Morath

Nikolaus Morath

1956-1968

Jürgensmeyer

Gottfried Jürgensmeyer

1969-1984

Werner

Günther Werner

1985-1997

Seiferlein

Alfred Seiferlein

1998-2006

beckseiferlein

Stefanie Beck-Seiferlein

2000-2004

weber

Michael Weber

2000-2003

beyhl

Philipp Beyhl

seit 2007